Heute Abend waren Bernhard Schmid und René Burger von Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) zu Gast bei DAB-Swiss. Dabei wurden vorwiegend technische Aspekte besprochen, welche wir hier kommunizieren dürfen.

Das mit grosser Vorfreude erwartete, 2. Deutschschweizensemble von SMC, auf Kanal 7B, wird gemäss aktueller Planung am 15. Dezember 2018 mit den ersten Testausstrahlungen beginnen. Der Regelbetrieb soll per Ende 2018 erfolgen. Zu Beginn wird über fünf Gross- und vier Mittelstandorte gesendet. Als Grossstandorte gelten Sender wie beispielsweise der Uetliberg und als Mittelstandorte solche wie Magglingen. Aufgrund von laufenden Baubewilligungsverfahren, können die genauen Standorte heute noch nicht kommuniziert werden. Sicher ist jedoch, dass man auf bestehenden Antennen basieren wird, um die Kosten so tief als möglich zu halten. Man ist jedoch zuversichtlich, dass schon bald alle Verfahren abgeschlossen sein werden. Ab 2019 werden dann noch weitere Sender aufgeschaltet, um vorhandene Lücken zu füllen. In erster Linie werden die grösseren Agglomerationen der Deutschschweiz abgedeckt, in zweiter Priorität dann die wichtigen Verkehrsachsen. Bei all den vielen, bei der Deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA) angefragten 7B-Standorten, handelt es sich oftmals auch nur um Konsultativanfragen zu Sendern, welche nicht zwingend ans Netz gehen müssen.

Kanal 7B ist ein DAB-Angebot, welches sich auf das bevölkerungsreiche Mittelland zwischen Fribourg und St. Gallen, Basel und Luzern konzentriert. Über die Anbieter, die auf diesem Kanal verbreitet werden, kann momentan noch keine Aussage gemacht werden, da hier die Verhandlungen noch laufen.

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Bernhard Schmid, Geschäftsführer von SMC und René Burger, technischer Verantwortlicher. Fotos: Webseite SMC

Im Jahr 2017 nahm Netzbetreiber SMC gemäss René Burger 45 neue Sendestandorte in Betrieb, 2018 waren es bislang deren 37. In Kürze wird auch das letzte noch nicht über DAB+ sendende Schweizer Privatradio, neo1 aus dem Emmental, auf Kanal 8B geschaltet. Aus diesem Grund muss dann ein anderer Anbieter den Kanal wechseln. Welcher ist momentan noch nicht bekannt. Jeder auf UKW konzessionierte, private Anbieter hat vom Gesetzgeber ein Grundrecht auf eine deckungsgleiche DAB-Verbreitung in seinem angestammten Sendegebiet. Die künftige Philosophie wird sein, die Regionallayer (Kanal 7A, Nordschweiz / Kanal 8B, Bern-Freiburg-Solothurn / Kanal 9B Ostschweiz) mit eher lokalen Anbietern zu bestücken. Diese drei Kanäle zusammen weisen übrigens die beste Abdeckung der Deutschschweiz auf. Auf Kanal 7B, Deutschschweiz 1, sollen mit einer sehr guten, sprachregionalen Abdeckung nationale Programme angeboten werden und der neue Kanal 7B, Deutschschweiz 2, soll preisgünstigere Sendeplätze für Spartenprogramme im bevölkerungsreichen Gebiet aufnehmen. Wann die grosse Programmrochade erfolgen wird, ist derzeit noch nicht definiert. Diese wird jedoch mit Sicherheit kommen!

Nach aktueller Planung soll im Jahr 2019 die von uns bereits erwähnte Versorgung des deutschsprachigen Graubündes mit Kanal 7A, Nordschweiz aufgebaut werden. Dies ist unter anderem ein Auftrag der Konzession für dieses DAB-Ensemble.

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Zu guter Letzt drehte sich die Diskussion noch über die bereits bestehenden, verdichteten Sendenetze, in denen es durch die beinahe zu guten Sendestandorte Probleme mit gegenseitigen Auslöschungen gibt. Diese sind teilweise beinahe nicht mehr zu bewerkstelligen. So wurde beispielsweise auf dem sehr gut gelegenen Standort Nods-Chasseral Kanal 7D, Deutschschweiz 1, wieder abgeschaltet, da dieser in der Ostschweiz Probleme verursachte. Kanal 8B, Bern-Freiburg-Solothurn läuft jedoch weiterhin über diesen weitreichenden Standort. Generell ist festzustellen, dass es in letzter Zeit vermehrt Koordinationsprobleme mit dem benachbarten Ausland gibt. So wird es schwierig, Leistungen zu erhöhen und neue Höhenstandorte zu koordinieren.

Uneinig ist sich die Branche nach wie vor über den konkreten UKW-Abschalttermin. Hier steht momentan noch in den Sternen, ob es nun 2021 oder erst 2014 sein wird. Zu gross sind die verschiedenen Interessen, welche es unter einen Deckel zu bringen gilt. Negativ dazu beigetragen haben die manipulierten Fakenews aus Norwegen, wonach der Radiokonsum nach der Abschaltung von UKW eingebrochen sei. Diese Zahlen waren nachweislich nach Jahreszeit manipuliert, sorgten jedoch auch hierzulande für grosse Verunsicherung in der Branche.

DAB-Swiss hält über die aktuelle Entwicklung bei SMC auf dem Laufenden und erhält künftig zuverlässige Informationen aus erster Hand. Selbstverständlich kann es dabei zwischen Planung und Ausführung immer Abweichungen geben.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

Internet: http://www.dab-swiss.ch

07.11.18 – Viel Hintergrundarbeit bei Netzbetreiber SwissMediaCast für die DAB+ Zukunft (www.dab-swiss.ch)

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