Wie das Medienportal «Kleinreport» kürzlich berichtete, prüft die SRG momentan den Verkauf der beliebten Spartenmusiksender Swiss Pop, Swiss Classic und Swiss Jazz. Mit ihrer neuen Konzession kann die SRG selber entscheiden, ob sie Spartenprogramme anbieten will oder nicht. Von diesen erweiterten Befugnissen, gültig seit dem 1. Januar 2019, macht die SRG-Spitze nun offensichtlich Gebrauch: es laufen Gespräche über einen Verkauf des Spartensenders Radio Swiss Pop, meldete am Dienstag zuerst die Konsumentenzeitschrift «Saldo». Gemäss einem Sprecher ist aber noch alles offen. Am 4. März 2018 schrieb die SRG in einer Mitteilung, man sei bereit für Kooperationen mit privaten Medien «bezüglich des Betriebs der Musiksender Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic».

radio swiss pop logo 2014     radio swiss classic logo 2014     radio swiss jazz logo 2014

Die Ausrichtung der Programme Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic inklusive dem hohen Anteil an Schweizer Musik (jeweils mehr als 50 Prozent) soll jedoch erhalten bleiben. Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz bespielen ein Nischenpublikum, sie zu vermarkten wäre schwieriger. Radio Swiss Pop erreichte auf dem Hörermarkt gemäss SRG-Jahresbericht im Jahr 2017 einen Anteil von 2,7 Prozent, Radio Swiss Classic erzielte einen Marktanteil von 1,3 Prozent und Radio Swiss Jazz 0,5 Prozent (24 Stunden, Montag bis Sonntag). Ohne Werbung und Moderation ist Radio Swiss Pop als Hintergrundkulisse in Warenhäusern oder in Gasthäusern beliebt. Private Anbieter kritisieren den Service-public-Sender, dass er den Wettbewerb verzerre, und zwar mit seiner Ausrichtung auf Pop-Musik in einem Kernbereich der Privatradios.

Gemäss uns vorliegenden Informationen müsste sich ein allfälliger Käufer dazu verpflichten, die Angebote für die nächsten drei Jahre im selben, schweizweiten DAB+ Sendegebiet und mit denselben Programminhalten weiterzuführen.

Der Kommentar:
Bei allem Verständnis für die privaten Anbieter, welche offensichtlich von Existenzängsten geplagt werden, aber dieser Verkauf wäre eine Klatsche ins Gesicht der Schweizer Stimmbürger. Über 70% wünschen sich nach wie vor eine starke, vielseitige SRG, wie sie bereits heute besteht. Nach der deutlich abgelehnten NoBillag Initiative sind diese Pläne sicher nicht im Sinne der Abstimmungsgewinner und macht der Verkauf aus unserer Sicht keinen Sinn! Die Programme sind aus dem ehemaligen Telefonrundspruch entstanden und haben durchaus ihre Daseinsberechtigung als DAB+ Zugpferde. Es darf auch angezweifelt werden, ob sich private Anbieter eine solch’ grossflächige Abdeckung leisten und die Qualität halten könnten. Wenn man sieht, was da sonst im privaten Bereich tagtäglich für seichte Mainstreamkost gesendet wird, dann wäre da nicht allzu viel zu erwarten. Gesamtschweizerisch gesehen, sind die Hörerzahlen der drei Spartenprogramme zudem nämlich gar nicht so schlecht.

08.02.19 – Die SRG prüft den Verkauf Ihrer Musikspartenprogramme (www.dab-swiss.ch)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.