Die Romandie soll ein weiteres DAB+-Sendernetz für die digitale Verbreitung von Radioprogrammen erhalten. Dafür vorgesehen ist Kanal 10C. Zu diesem Zweck hat die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) die Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe einer DAB+-Funkkonzession am 28. Mai 2018 publiziert. Die Bewerbungsfrist dauert bis am 27. Juli 2018.

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Darstellung der drei neuen DAB-Abdeckungen in Deutsch-, West- und Südschweiz.

In der Romandie werden heute neben den Programmen der SRG alle privaten UKW-Programme in der ganzen Sprachregion sowie weitere, nichtkommerziell ausgerichtete Webradios und Spartenprogramme in den Agglomerationen Genf, Lausanne und Unterwallis digital verbreitet. Im Rahmen einer Interessenabklärung durch das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) im Jahr 2016 wurde zusätzlicher Bedarf an Sendeplätzen angemeldet. Da freie DAB+-Frequenzen verfügbar sind, hat die dafür zuständige ComCom das BAKOM mit der Durchführung einer Ausschreibung für eine weitere DAB+-Funkkonzession in der Romandie beauftragt.

Als Verfahren zur Auswahl der DAB+-Funkkonzessionärin kommt ein Kriterienwettbewerb zur Anwendung. Die Bewerbungen werden anhand der folgenden Kriterien durch die ComCom beurteilt:

– Versorgung und Frequenzökonomie: Aus Gründen der Frequenzökonomie soll eine weitgehend flächendeckende Versorgung der Romandie anstelle einer Versorgung von Teilgebieten angestrebt werden.

– Beitrag zur Medienvielfalt: Die Bewerberinnen sollen darlegen, wie das vorgesehene Programmbouquet die Vielfalt an Radioangeboten im Versorgungsgebiet erhöht und welche innovativen Formate vorgesehen sind.

– Wirtschaftlichkeit: Es wird diejenige Bewerberin bevorzugt, die glaubhaft darlegen kann, dass sie die Investitionsvorleistungen erbringen und einen längerfristig gesicherten Betrieb gewährleisten kann.

Der Ablauf des Verfahrens sowie die Beurteilungskriterien sind in den Ausschreibungsunterlagen festgelegt, die auf der Website des BAKOM zur Verfügung stehen. Die Ausschreibung wird mit der Publikation im Bundesblatt (BBl) vom 29. Mai 2018 eröffnet. Die Bewerbungen um die Funkkonzession sind bis am 27. Juli 2018 einzureichen. Die ComCom geht davon aus, dass die Funkkonzession bis Ende 2018 erteilt werden kann.

Der Kommentar:
Die Behörden machen vorwärts, mit der Neuausschreibung von DAB-Kapazitäten in der Schweiz. Sehr erfreulich, dass die Programmvielfalt demnach auch in der französischsprachigen Westschweiz noch einmal merklich wachsen soll. Bloss fragt man sich, welche Anbieter denn diese Kapazitäten nebst den bereits von Netzbetreiber Romandie Médias SA (RMS) und digris verbreiteten Programmen noch nutzen sollen? Schafft man damit nun nicht langsam eine DAB+ Überkapazität, sodass dann die Kanäle nur noch halb voll belegt sind oder hat das Ganze vielleicht sogar die positive Folge, dass wieder vermehrt auf Sendequalität mit höheren Bitraten geachtet wird, anstatt möglichst viele Programme auf einen Kanal zu quetschen? Oder wollen vielleicht in der Westschweiz künftig auch Anbieter aus dem benachbarten Frankreich ein Wörtchen mitreden? Was ist unter “innovative Formate” zu verstehen? Verspricht diese Klausel tatsächlich weniger Mainstream und mehr Abwechslung? Die Ausschreibung bietet also in den kommenden Wochen sicher viel Gesprächsstoff für Spekulationen. Die Resultate der Bewerbungen werden mit Spannung erwartet
!

Internet: http://dab-swiss.ch

29.05.18 – ComCom schreibt DAB+-Sendernetz für die Romandie aus (www.dab-swiss.ch)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.